Digitale Identität

Jugendsünden im Netz – Wichtiges Einstellungskriterium

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Wer hat das nicht gemacht: Fotos der letzten wilden Party bei Facebook eingestellt, in twitter sinnloses Zeug veröffentlicht oder gar mit Äußerungen an den Rand der Legalität gerutscht. Wohl jeder Jugendlicher hat im Netz Dinge veröffentlicht, die nicht jeder wissen sollte. Und genau da liegt das Problem: Solche Veröffentlichungen schaden der eigenen Reputation und können beim Bewerbungsgespräch zu einer echten Peinlichkeit werden oder gar den Start ins Berufsleben vermasseln.

Nicht alles gehört ins Netz

Es mag spannend sein, mit Freunden und Bekannten alle Geheimnisse und Erlebnisse zu teilen. Fotos von der letzten Party in unrühmlichen Situationen mögen lustig sein, Mitgliedschaft in spaßigen Gruppen kann Freude machen oder Kommentare auf fremder Menschen Pinnwand eine Diskussion anregen. Doch sollte man sich immer vor Augen halten, dass man in späteren Jahren mit diesem Lebensabschnitt vielleicht nicht mehr konfrontiert werden will.

Denn was die meisten Nutzer sozialer Plattformen vergessen: Das Netz vergisst nie.

Das Netz vergisst nie

Einmal veröffentlichte Daten im Internet sind so schnell nicht mehr zu löschen. Natürlich kann man seinen Account bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ löschen und damit alle Fotos vernichten. Aber das reicht oft nicht aus. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:

  1. Viele Netzwerke – Facebook geht da leider mit schlechtem Beispiel voran – sichern sich für veröffentlichte Informationen (also auch Fotos und Videos) ein lebenslanges und unbegrenztes Nutzungsrecht ein. Die Netzwerke können dann mit den Daten – wenn sie denn wollten – alles Denkbare machen.
  2. Google und die anderen Suchmaschinen sind daran interessiert, jederzeit passende Daten für Ihre Nutzer zu finden. Das bezieht sich auch auf alte Informationen. Und so legen vor allem die Suchmaschinen Sicherungen aller im Netz gefundenen Daten an. Also auch all der Fotos, die sie im Internet finden konnten.

Für die Internetnutzer hat ist das ein großes Problem: Auch wenn sie ihre Mitgliedschaften bei den unterschiedlichen Netzwerken löschen, so bedeutet das noch lange nicht, dass auch alle Daten damit verschwunden sind.

Jugendsünden können den Berufsstart erschweren

Personaler achten bei Ihrer Personalauswahl immer häufiger gezielt auf Informationen aus dem Internet. Der ausgiebige Check eines jeden Bewerbers in Netzwerken und Suchmaschinen gehört zum Personaleralltag wie das Lesen schriftlicher Bewerbungen. Und fast immer werden die Unternehmen fündig.

Sie sollten sich daher nicht wundern, im Bewerbungsgespräch mit peinlichen Informationen konfrontiert zu werden. Und nicht selten führen solche Daten aus dem Internet auch dazu, dass Sie – trotz hervorragender Qualifikation – abgelehnt werden. Ein Unternehmen möchte sich einfach nicht mit solchen Tatsachen „schmücken“ und Sie repräsentieren als zukünftiger Mitarbeiter ja eben auch das Unternehmen.

Prominente Beispiele

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Die Geschichte kennt viele unrühmliche Beispiele. Am bekanntesten dürfte wohl das des ehemaligen Vorsitzenden der „Jungen Union“ im Schwalm-Eder-Kreis (Hessen) sein, den die Mitgliedschaft in der studiVZ-Gruppe „Nach Frankreich fahr‘ ich nur auf Ketten“ seine Funktion in der Partei kostete.

Und immer häufiger bringt die digitale Identität auch Berufseinsteiger ins Schwitzen. Denn – wie bereits erwähnt: Die Information sind so gut wie unlöschbar.

Im Netz findet man alles

Dass man im Netz wirklich alles über eine Person finden kann, hat erst kürzlich c’t TV eindrucksvoll bewiesen: Über einen ranghohen (ungenannten) Mitarbeiter eines weltweit tätigen IT-Unternehmens konnten die Redakteure mit einigen Tricks alles herausfinden: Neben Informationen zur Schulausbildung auch private Bilder von Familie und Hochzeit, aber auch vom Alkoholkonsum. Informationen, die man vielleicht nicht immer teilen möchte.

„Googlen“ Sie einmal Ihren eigenen Namen. Sie werden überrascht sein, was Sie alles über sich finden werden. Und mit den richtigen Tools, ein paar Tricks und dem notwendigen Wissen, werden Personaler noch mehr über Sie herausfinden.

Reputationsrettung

Viele verschiedene Anbieter haben sich mittlerweile auf die Bereinigung der digitalen Identität spezialisiert. Für viel Geld bieten sie ihre Dienste an und versprechen, wirklich alle Spuren des jugendlichen Leichtsinns im Netz zu verwischen.

„Verwischen“ – Mehr ist nicht drin. Denn auch diese professionalisierten Anbieter können nicht mehr. Die Daten bei Netzwerken und Suchmaschinen wirklich zu löschen, ist Außenstehenden nämlich gar nicht möglich. Sie können nur hoffen, dass Netzwerke und Suchmaschinen diesen Schritt irgendwann nach einiger Zeit selbst durchführen.

Bild: Vancouver Film School (flickr, Lizenz)

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.