Steuern sparen

Steuern sparen

Steuern sparen

Steuern sparen

Wer Einkommensteuer zahlt – und das ist nun einmal jeder Arbeitnehmer – der sollte ggf. eine Steuererklärung machen. Denn oftmals gibt es reichlich Möglichkeiten, um Steuern sparen zu können.

Nur wissen das die Wenigsten und zahlen am Ende zu viel Steuern, bzw. Steuern in einer Höhe, die nicht ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit entspricht. Dabei ist es relativ einfach, Steuern zu sparen. Die Beachtung gewissen Regeln und Möglichkeiten ist daher unbedingt notwendig.

Steuern sparen

Wer als Angestellter tätig ist, für den übernimmt der Arbeitgeber die Zahlung der Einkommensteuer. Diese Vorauszahlung durch den Arbeitgeber – das sieht man bei den monatlichen Lohnabrechnungen – sind besser als Lohnsteuer bekannt. Für Arbeitnehmer ist das sehr entspannt: Ohne weiteres Zutun kommen Sie Ihrer Steuerzahlungspflicht automatisch nach und müssen deshalb prinzipiell keine Einkommensteuererklärung für das Finanzamt anfertigen. In den allermeisten Fällen geht – von Spezialfällen sei an dieser Stelle abgesehen – damit jedoch auch das Verschenken von Geld einher. Denn wer keine Steuererklärung abgibt, der macht auch keine Ausgaben für das Nachgehen einer Tätigkeit geltend.

Besteuerung nach dem Leistungsfähigkeitsprinzip

Dabei gilt in Deutschland: Jeder Mensch soll nach seiner persönlichen Leistungsfähigkeit besteuert werden. Deshalb sind Einkünfte bis etwa 8000 Euro grundsätzlich steuerfrei, danach gilt ein progressiver Steuertarif: Menschen mit geringem Einkommen haben einen relativ geringern Steuertarif, Menschen mit höherem Einkommen einen entsprechend höheren.

Mit diesem Grundsatz der Leistungsfähigkeit geht jedoch auch die Möglichkeit der Absetzbarkeit einher. Wer für die Ausübung seiner Tätigkeit Kosten zu tragen hat, die nicht privat veranlasst sind, können die in gewissen Rahmen bei der Festsetzung der Steuer berücksichtigt werden. Die Möglichkeiten sind hierbei vielfältig.

Werbungskosten oder Arbeitnehmerpauschbetrag

Steuern sparen: Werbungskosten

Steuern sparen: Werbungskosten

Alle Kosten, die in Verbindung mit der Ausübung einer Berufstätigkeit stehen, bzw. durch die Ausübung dieser Tätigkeit veranlasst sind, sind sogenannte Werbungskosten und müssen bei der Ermittlung der Steuerschuld berücksichtigt werden. Diese Kosten sind in gewissem Maß und nach strengen Vorschriften vom Einkommen abziehbar, sie verringern das „zu versteuernde Einkommen“. Daraus ergibt sich dann eine am Ende geringere Steuerschuld.

Diese Ausgaben im Bereich der Werbungskosten können ganz unterschiedlich sein und von Steuerpflichtigen zu Steuerpflichtigem variieren. Wichtig und notwendig ist jedoch jedes Mal die berufliche Veranlassung dieser Kosten. Kosten der privaten Lebenshaltung (wenn Sie etwa mit Ihrer Familie essen gehen und das als Geschäftsessen absetzen wollen) können nicht abgezogen werden.

Wer jedoch – und das dürfte vor allem bei nicht-selbstständigen Arbeitnehmern regelmäßig der Fall sein – nur Werbungskosten in geringem Umfang hat, der kann den sogenannten Arbeitnehmerpauschbetrag (§9a EStG) geltend machen. Hierbei können pauschal 920 Euro vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Auch dann, wenn Werbungskosten in dieser Höhe gar nicht angefallen sind. Höhere Werbungskosten können bei Inanspruchnahme des Pauschbetrags dann aber nicht mehr geltend gemacht werden und müssten einzeln aufgelistet werden. Der Vorteil des Pauschbetrags: Einen Nachweis über tatsächlich angefallene Werbungskosten muss der Steuerpflichtige nicht erbringen. Der Arbeitnehmerpauschbetrag (Pauschbetrag für Werbungskosten) gilt allerdings nur für Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit.

Kinderbetreuungskosten

Steuern sparen: Betreuungskosten

Steuern sparen: Betreuungskosten

Auch für die Kindererziehung gewährt der Staat eine Möglichkeit, um Steuern zu sparen. Wer etwa berufstätig ist und dadurch bedingt Ausgaben für die Kinderbetreuung hat, kann diese Ausgaben bei der Ermittlung des Einkommens geltend machen.

Bis zu einer Höhe von 4000 Euro können die Ausgaben für Kindermädchen oder Kindertagesstätte abgezogen werden und verringern so das persönliche Einkommen und damit auch die Steuerschuld gegenüber dem Fiskus.

Anders als beim Werbungskostenpauschbetrag müssen bei den Betreuunskosten aber echte und nachweisbare Kosten angefallen sein. Eine pauschale Abgeltung dieser Kosten erfolgt also nicht und ist nur bis zu einer Höhe von 4000 Euro pro Jahr möglich.

Davon unabhängig sind jedoch Kindergeld oder Kinderfreibeträge. Kinderfreibeträge müssen – wenn sie anstatt des Kindergeldes in Anspruch genommen werden – jedoch bereits auf der Lohnsteuerkarte vermerkt werden und finden so direkt bei dem Abführen der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber Berücksichtigung.

Sparer-Pauschbetrag

Steuern sparen: Sparerpauschbetrag

Steuern sparen: Sparerpauschbetrag

Wer Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt, kann wieder einmal Steuern sparen, wenn er nur die richtigen Formulare ausfüllt. Denn für private Sparer sieht der Staat einen Pauschbetrag von 801 Euro (bei Ehepaaren der doppelte Betrag) vor. Mit diesem Pauschbetrag sollen alle Werbungskosten, die im Zusammenhang mit der Erzielung von Kapitalerträgen (Zinsen etwa) in Verbindung stehen, abgegolten werden. Konkret bedeutet das, dass erst Kapitalerträge versteuert werden müssen, die den Betrag von 801 (1602) Euro übersteigen.

Doch da i.d.R. die Versteuerung von Kapitalerträgen direkt durch die Bank (Abgeltungssteuer) mit einem Sondersteuersatz von 25% erfolgt, muss man die Bank über den Pauschbetrag informieren. Dies geschieht durch einen Freistellungsauftrag. Die Bank versteuert dann nur Zinsen, die den Betrag des Freistellungsauftrags übersteigt. Wer keinen Freistellungsauftrag erteilt, der kann sich die zuviel gezahlten Steuern auch im Rahmen der Steuererklärung zurückholen. Das verursacht jedoch nur unnötigen Aufwand. Um Steuern sparen zu können und dabei den geringsten Aufwand zu haben, sollte daher unbedingt ein Freistellungsauftrag bei der eigenen Bank eingerichtet werden.

Wenn Sie bei mehrere Banken Finanzprodukte halten, beachten Sie jedoch bitte, dass die Summe aller Freistellungsaufträge (also bei allen Banken) die Summe von 801 (1602) Euro nicht übersteigen darf. Haben Sie also bei Bank A einen Freistellungsauftrag von 500 Euro erteilt, so dürfen Sie bei bank B nur noch 301 Euro freistellen lassen.

Günstigerprüfung

Wer besonders hohe Einküfte aus Kapitalvermögen (etwa durch großen Aktienbesitz) erzielt, der kann zudem bei der Abgabe der Steuererklärung eine Günstigerprüfung beantragen. Grundsätzlich werden alle Einkünfte aus Kapitalvermögen mit einem Steuersatz von 25% versteuert und sind damit abgegolten (Abgeltungssteuer). In besonderen Fällen (etwa dann, wenn ein Verlustvortrag geltend gemacht werden kann) kann es allerdings günstiger sein, diese Einkünfte nicht mit 25%, sondern mit dem persönlichen Steuertarif zu versteuern.

Diese Form des Steuern sparen dürfte für die meisten Menschen in Deutschland jedoch nur von sehr geringer Relevanz sein, da sie die notwendigen Einkommen gar nicht erzielen.

Splitting-Tarif

Steuern sparen: Splittingtarif

Steuern sparen: Splittingtarif

Interessant für Eheleute mit sehr unterschiedlichen Einkommen dürfte zudem das sogenannte „Splitting-Verfahren“ sein, bei dem die Einkommen zweier Personen gemeinsam versteuert werden. Hierzu werden zunächst beide Einkommen addiert, dann halbiert. Für diese derart summierten Einkommen wird dann der Steuertarif angewandt, die Steuerschuld danach wieder verdoppelt.

So lassen sich ggf. Steuervorteile erzielen. Diese Steuervorteile sind umso höher, je unterschiedlicher die derart addierten Einkommen sind. Etwa dann, wenn die Frau 100.000 Euro im Jahr verdient hat, der Mann – aufgrund von langer Arbeitslosigkeit etwa – nur 20.000 Euro. Dieses Splitting-Verfahren muss – wenn es denn vorteilhaft ist – jedoch explizit beantragt werden.

Möglichkeiten zum Steuern sparen

Die hier vorgestellten Möglichkeiten um Steuern sparen zu können sind längst noch nicht alle; Das – sehr komplizierte – deutsche Steuersystem sieht an ganz unterschiedlichen Stellen Möglichkeiten vor, wie Steuern gespart werden können.

Viele dieser Steuerspar-Möglichkeiten sind im Rahmen einer Steuererklärung oder durch Ausfüllen er richtigen Formulare jedoch leicht nutzbar und können so die persönliche Steuerschuld verringern.

Steuerberater hinzuziehen

Steuerberater hinzuziehen

Steuerberater hinzuziehen

Wenn Sie sich ob der auszufüllenden Formulare nicht sicher sind oder Unterstützung und Beratung benötigen, ziehen zur Anfertigung der Steuererklärung bitte einen Steuerberater hinzu. Das Finanzamt kann und darf Sie nicht beraten. Ähnlich ist es mit diversen Anleitungen im Internet: Diese betreffen immer nur einen speziellen Fall und haben häufig keine Allgemeingültigkeit.

Ebenso ist dieser Artikel zu verstehen: Er stellt keine Steuerberatung dar und entbindet nicht von der Notwendigkeit einer fachlichen Beratung! Vielmehr soll dieser Artikel grundsätzliche Möglichkeiten zu Steuern sparen aufzeigen!

Bildnachweis (in Reihenfolge der Einbindung): cheyennezj, SimpleFoto, Pressmaster(2x), gunnar3000 (2x), andresrphotos; allePhotodune

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Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.