Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung ist nicht nur eine unangenehme Angelegenheit, er kann auch überaus gesundheitsschädlich für Mensch und Tier sein. Wenn man den Schimmel erst einmal hat, bekommt man ihn nur schwer wieder los. Doch so ganz richtig ist das nicht, wenn man weiß, wie man mit ihm umgehen muss: Mit einigen wenigen Tricks können Sie dem Schimmel in der Wohnung wenigstens in Teilen Herr werden.

Wo entsteht Schimmel in der Wohnung?

Schimmel in der Wohnung entsteht immer dort, wo er optimale Bedingungen zum Leben findet. Wichtigstes Kriterium für den Schimmelpilz ist dabei: Ausreichend Feuchtigkeit. Je nach Wärme entwickeln sich dann unterschiedliche Schimmelarten. So gibt es auch in kühlen Bereichen der Wohnung die Gefahr, dass Schimmel entsteht.

Schimmel im Bad

Schimmel kann sich an den verschiedensten Flächen ausbreiten, beispielsweise im Badezimmer zwischen dem Putz und in Fugen. Je feuchter, umso besser für den Schimmel. Daher entsteht er besonders häufig im Badbereich. In der Dusche oder der Badewanne kann sich der Schimmelpilz schnell entwickeln, denn hier ist es meist feucht und der Pilz hat so einen sehr guten Nährboden.

Schimmel im Bad beseitigen

Um Schimmel in Putz und Fugen der Nasszelle zu beseitigen, benötigen Sie lediglich eine Mischung aus Wasser und Brennspiritus. Das Verhältnis sollte neun Teile Wasser auf ein Teil Spiritus betragen. Wenn Sie keinen Brennspiritus haben, dann tut es auch ein hochkonzentrierter Essigreiniger. Mit dieser Mischung sollten Sie die von Schimmel befallenen Stellen ordentlich einreiben und nach einer Einwirkzeit von etwa 10 Minuten mit einem Schwann oder – wenn der Schimmel sehr hartnäckig ist – mit einer Zahnbürste entfernen.

Lässt sich der Schimmel mit diesem Hausmittel nicht restlos beseitigen, sollten Sie befallene Dichtungsfugen entfernen und neu einspritzen. Das ist mit einer Spritzpistole und Silikon aus dem Baumarkt schnell erledigt.

Schimmel auf Wänden

Doch leider findet sich Schimmel in der Wohnung nicht nur im Bad wieder. Auch in anderen Räumen kann er sich auf Wänden und Flächen bilden. Besonders dramatisch kann das werden, wenn sich der Schimmel großflächig hinter Tapeten und in Wänden ausgebreitet hat. Kleinere Stellen Schimmel auf Wänden können Sie jedoch abermals mit Hausmitteln den Kamp ansagen.

Schimmel von Wänden entfernen

Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung

Hat sich der Schimmelpilz auf Holz niedergelassen, so gibt es meist keine Probleme, ihn wieder zu entfernen. Trocknen Sie die entsprechende Stelle mit einem Föhn und schleifen Sie sie anschließend ab. Achten Sie darauf, beim Abschleifen eine Atemmaske zu tragen, damit Pilzreste und die Sporen des Pilzes nicht in Ihre Atemwege gelangen.

Sollte der Schimmelpilz sich auf Holzfaser- oder Spanplatten befinden, kann man allerdings nur sehr wenig gegen ihn tun, da der Pilz hier auch in das Holz ziehen kann. Das einfache Abschleifen reicht dann nicht mehr aus. Sie sollten – ggf. in Rücksprache mit Ihrem Vermieter –  die betroffenen Platten so schnell wie möglich austauschen, damit der Schimmel nicht auf weitere Flächen überwandern kann.

Wenn Sie kleine Schimmelspuren auf Ihrer Tapete finden, dann mischen Sie Salizylsäure und Alkohol im Verhältnis 1:5. Tragen Sie dieses Gemisch auf die Tapete auf und lassen Sie es eine Zeit lang einziehen. Der Schimmelpilz sollte so absterben. Ist der Befall der Tapete jedoch bereits größer und großflächiger, dann müssen Sie das Tapetenstück – mit ausreichend Sicherheitsumfang – entfernen und die dahinter liegende Mauer  daraufhin untersuchen, ob sich auch bereits dort Schimmel gebildet hat. Ist das der Fall, hat sich der Schimmel also schon großflächig in der Wand und dem Putz ausgebreitet, kommen Sie mit Hausmitteln nicht mehr weiter. Dann hilft es nur, die gesamte Wand trockenzulegen. Das kann jedoch nur ein Fachunternehmen durchführen, das Sie in Absprache mit Ihrem Vermieter schnellstmöglich beauftragen sollten.

Schimmel auf Möbeln

Sollte sich der Schimmelpilz auf Polster und Textilien festgesetzt haben, ist er nur schwer wieder zu entfernen. Eventuell hilft es, wenn Sie die betroffene Stelle mit Wasser und einer Ammoniaklösung einreiben. Die Chancen den Schimmel auf diese Art zu entfernen, sind jedoch nicht besonders hoch.

Hat sich der Schimmel auf Ihrer Ledercouch eingenistet, sollte es hingegen keine größeren Probleme geben. Nehmen Sie einfach ein wenig Essigreiniger und reiben Sie die betroffene Stelle gut ab. Wiederholen Sie dieses Verfahren ggf. einige Male, bis kein Schimmel mehr sichtbar ist. Die Couch oder das Möbelstück sollte nach der Behandlung jedoch lange Zeit austrocknen.

Gründe für Schimmel in der Wohnung

Die Gründe für Schimmel in der Wohnung können ganz unterschiedlicher Natur sein. Einige dieser Gründe können Sie selbst abstellen. Andere hingegen sind mit enormen Baumaßen verbunden, die in der Regel nicht binnen kürzester Zeit durchgeführt werden können.

Falsches Lüften

Einer der Gründe für Schimmelbildung ist schlechte Belüftung. Durch stehende und feuchte Luft wird das Entstehen und Wachsen von Schimmel stark begünstigt. Daher ist richtiges, tägliches Lüften unbedingt wichtig. Das Fenster über Stunden oder auch nur minutenweise auf Kipp zu stellen, reicht bei Weitem nicht aus. Egal zu welcher Jahreszeit (also auch im Winter): Stoßlüften ist wichtig! Öffnen Sie hierzu in jedem Raum (das muss aber nicht gleichzeitig geschehen) das vorhandene Fenster komplett für etwa 10 Minuten. Nur so entweicht warme und feuchte Luft und wird gegen trockene ausgetauscht, nur so können Sie Schimmel in der Wohnung vermeiden.

Gleiches gilt auch für Nassbereiche. Auch hier sollten Sie nach dem Duschen oder Baden in jedem Fall die warme und feuchte Luft entfernen. Bei Tageslichtbädern gilt daher: So lange lüften, bis auf den Fliesen und der Duschschale keine Feuchtigkeit mehr sichtbar und fühlbar ist. Dieser Prozess kann unter Umständen auch mehrere Stunden dauern. Um in dieser Zeit Energie zu sparen, sollten Sie alle Heizkörper herunterdrehen.

Wäsche in der Wohnung trocknen

Besonders in kleinen Mietwohnungen wird häufig die Wäsche in der Wohnung gewaschen und getrocknet. Beim Trocknen wird der Raum jedoch über lange Zeit einer sehr feuchten Luft ausgesetzt. Das lässt Schimmel in der Wohnung entstehen. Trocknen Sie Ihre Wäsche daher am besten im Keller oder auf dem Dachboden des Hauses. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sie beim Trocknen in der Wohnung regelmäßig (am besten alle 30 Minuten) stoßlüften, damit die feuchte Luft nach außen entweichen kann.

Schlechte Isolierung

Eine Möglichkeit, wie Schimmel in der Wohnung entstehen kann, sind jedoch auch bauliche Mängel an der Wohnung. Besonders häufig ist hierbei eine schlechte Isolierung der Außenwände eines Hauses der Grund. Dadurch, dass die Außenwand (in Winter, Herbst und Frühjahr) immer zu kalt ist, setzt sich dort von innen und außen Feuchtigkeit ab, die nicht aus dem Mauerwerk hinaustreten kann. Schimmel ist die Folge.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass auch bei Ihnen dieser Umstand Schuld am Schimmel in der Wohnung ist, lassen Sie sich nicht vom Vermieter mit dem Verweis auf’s falsche Lüften abspeisen. Beauftragen Sie lieber einen Sachverständigen, der Ihren Verdacht bestätigt und mit dessen Gutachter der Vermieter dann bauliche Maßnahmen vornehmen muss.

Bildnachweis: sirylok, Photodune

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.