Fliesen verlegen

Fliesen verlegen leicht gemacht

Fliesen verlegen

Fliesen verlegen

Fliesen verlegen ist keine einfache Aufgabe. Man muss einige Dinge beachten und auch eine gewisse Fingerfertigkeit ist erforderlich. Doch mit der Beachtung einiger wichtiger Regeln wird das Fliesen verlegen- genau wie Tapezieren, Laminat verlegen oder Reifen wechseln – zur Leichtigkeit.

Fliesen kaufen

Am Anfang des Fliesenverlegens steht der Kauf der Fliesen. Damit dieser Kauf jedoch nicht zum Reinfall wird, gilt es einige Dinge zu beachten.

Zunächst ist dabei der Abriebtyp zu beachten, denn Fliese ist nicht gleich Fliese. Je nach Einsatzort spielt der Abriebtyp bei beim späteren Benutzen der gefliesten Fläche eine große Rolle. Entscheiden Sie daher nicht vorschnell, sondern lassen Sie sich ausreichend in einem Fachhandel ob des richtigen Typs beraten. Fliesen für’s Bad unterscheiden sich etwa enorm gegenüber Fliesen für die Küche oder den sonstigen Wohnraum.

Neben Typ und Qualität der Fliese ist zudem die einzukaufende Menge von entscheidender Bedeutung. Achten Sie darauf, dass Sie eine ausreichende Menge Fliesen kaufen, denn beim Verlegen kann es immer einmal passieren, dass Ihnen Fliesen zu Bruch gehen. Beim Fliesenverlegen gilt die Faustformel: Quadratmeterzahl der zu fliesenden Fläche zuzüglich fünf Prozent Verschnitt und fünf Prozent Reserve. Am Ende sollten Sie daher Fliesen für mindestens 110% der zu fliesenden Fläche einkaufen. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende!

Gerade bei Aktionsware kann es zudem passieren, dass man die einmal ausgewählten Fliesen später im Handel nicht mehr nachkaufen kann. Sollten Fliesen aufgrund von Beschädigungen (wie Spannungsrissen oder Bruchschäden) ausgetauscht werden müssen, können unter Umständen keine Fliesen mehr nachgekauft werden. Bei Auktionsware sollte die Reserve daher ggf. den Richtwert von 5% übersteigen.

Sonstige Arbeitsmaterialien

Zum Verlegen der Fliesen benötigen Sie – abgesehen von den Fliesen selbst – immer auch Mörtel und Fliesenkleber. Wer es einfach mag, kauft sich hierbei einfach Fertigmischungen, die meist nur noch mit Wasser verrührt werden müssen. Für spezielle Anforderungen (etwa dem Verlegen im frostgefährdeten Außenbereich) gibt es jedoch auch spezielle Kleber. Lassen Sie sich am besten direkt im Fachhandel oder Baumarkt beraten, welcher Kleber für Sie am besten geeignet ist. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds kann zudem eine spezielle Grundierung notwendig sein. Auch hierbei sollten Sie sich beraten lassen.

Weiterhin notwendig sind ggf. Abdichtmanschetten für Rohrleitungen und Abstandhalter. Als Werkzeug benötigen Sie einen Zahnspachtel und ein Schwammbrett, sowie kleinere Schwämme. Eine Zuschneidemaschine für die Fliesen müssen Sie nicht kaufen; Im gut sortierten Fachhandel kann man die in der Regel gegen eine geringe Gebühr tageweise mieten.

Haben Sie alle Materialien und das Werkzeug beisammen, können Sie mit den Vorarbeiten und dem Verlegen der Fliesen beginnen.

Fliesen verlegen

Als Allererstes gilt es, die Grundierung zu fertigen. Das heißt, dass Gipsplatten und Putz vorher grundiert werden, damit die im Kleber enthaltende Feuchtigkeit nicht in die Platten zieht. Verwenden Sie hierzu die spezielle Grundierung oder eine dünne Schicht Fliesenkleber. Rohrausgänge, an denen später noch Armaturen angebracht werden, können mit einer Abdichtmanschette versehen werden.

Ist das erledigt, mischen sie den Mörtel an. Diesen Mörtel tragen Sie dann auf den Boden oder die Wand auf. Um eine ebene Fläche zu erreichen, benutzen Sie einen Zahnspachtel und ziehen den Mörtel gleichmäßig in eine Richtung ab, sodass eine ebene Fläche entsteht.

Beginnen Sie nun mit der ersten Reihe der Bodenfliesen. Achten Sie darauf, dass Sie immer in der Mitte beginnen. Drücken Sie die Fliese leicht auf den Mörtel und schieben Sie sie dann in die endgültige Position. Danach verlegen Sie die nächsten Fliesen in Richtung Wand. An der Wand müssen Sie die restlichen Fliesen noch zuschneiden. Spezielle Zuschneidemaschinen dafür können Sie in der Regel im Baumarkt leihen.

Wenn Sie Wandfliesen verlegen, dann sollten Sie darauf achten, dass eine waagerechte Grundlinie die Orientierung vorgibt. Werden die Fliesen schief gelegt, fällt das in der ersten Reihe noch nicht auf, spätestens aber dann, wenn die Wand fertig gefliest ist. Insbesondere bei der ersten Reihe sollten Sie mit Wasserwaage und möglicherweise einer Richtschnur auf eine exakte Ausrichtung der Fliesen achten. Wandfliesen werden immer symmetrisch angebracht. Das heißt, Sie beginnen wie bei der Bodenfliese auch in der Mitte und arbeiten dann entweder nach links oder nach rechts weiter. Beachten Sie, dass man für Wandfliesen immer einen stärkeren Kleber braucht. In diesem Falle eignet sich Flex Kleber besonders gut. Nachdem alle Fliesen verlegt sind, entfernen Sie den überschüssigen Kleber aus den Fugen. Dafür verwenden Sie am besten einen kleinen Holzkeil, mit dem Sie gleichmäßig durch alle Fugen streichen.

Wenn der Mörtel nach zwei bis drei Tagen ausgehärtet ist, kann man mit dem Verfugen beginnen. Die Mörtelmasse tragen Sie hierzu zunächst mit einem großen Spachtel gleichmäßig auf und wischen die Wand direkt danach mit einem stark angefeuchteten Schwammbrett sauber. Ecken und Kanten säubern Sie mit einem kleinen Schwamm. Achten Sie hierbei auf Sauberkeit, denn Fugenmasse und Fliesenkleber sind sehr hartnäckig und im Nachhinein nur sehr schwer wieder von den Fliesen zu entfernen.

Wenn Sie die oben genannten Tipps beherzigen, sollte das Fliesen verlegen keine große Anstrengung darstellen und innerhalb weniger Stunden vollbracht sein.

Bildnachweis: Lisafx, Photodune

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.