Mit dem Rauchen aufhören

Mit dem Rauchen aufhören

Der volkswirtschaftliche Schaden durch den Nikotingenuss ist enorm: Knapp 50 Milliarden Euro beträgt der Schaden jedes Jahr, den Raucher der Gesellschaft verursachen. Doch auch persönlich hat das Rauchen für die Raucher nur Nachteile: Schwere Erkrankungen bis hin zum Tod können die Folge jahrelangen Nikotinkonsums sein. Höchste Zeit also, mit dem Rauchen aufzuhören.

Aber das ist leichter gesagt, als getan.

Rauchen ist eine Sucht

Mit dem Rauchen aufhören

Mit dem Rauchen aufhören

Der Konsum von Nikotin (also das Rauchen) hat ein enorm hohes Suchtpotenzial: Neueste Studien gehen davon aus, dass bereits der Konsum einer einzigen Zigarette Suchterscheinungen auslösen kann und infolge dessen zu einer Abhängigkeit führt. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde vergleicht die Suchtwirkung von Zigaretten sogar mit dem von Heroin; Auch Heroin führt nach Erstkonsum zu einer Abhängigkeit.

Die wohl bekanntesten Suchterscheinungen – abhängig vom Grad der Sucht – sind:

  • Unruhe
  • Kreislaufbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Schweißausbrüchen

Weitere Suchterscheinungen, die jedoch nicht Folge des Nikotins sind, sondern vom Gehirn ausgelöst werden und Folge des nicht gestillten Belohnungsverhalten (durch das Unterlassen des Ziehens an der Zigarette) sind, können Dinge wie Gereiztheit, Ungeduld oder schlechte Laune sein.

Wichtig für Raucher, die das Rauchen aufgeben möchten: Die körperlichen Symptome der Abhängigkeit verschwinden nach ca. 5 bis 30 Tagen. Lediglich mit den vom Gehirn ausgelösten Symptomen haben Raucher dann noch mehrere Monate zu kämpfen. Hierin liegt auch der Hauptgrund für die häufige Rückfallquote.

Tipps um mit dem Rauchen aufzuhören

Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es viele. Die einen helfen besser, die anderen helfen weniger. Ihnen allen ist aber eines gemein: Es gibt kein Ultimativrezept. Die wohl wichtigste Voraussetzung lautet aber: Man muss bewusst und ausdauernd das Rauchen aufgeben wollen.

Tipps gegen die körperliche Abhängigkeit

Um mit der Schwere Ihrer körperlichen Abhängigkeit klar zu kommen, sollten Sie sich immer an einen Arzt wenden. Nur ein Mediziner kann feststellen, inwieweit Sie medikamentös behandelt werden müssen, um die Folgen der körperlichen Abhängigkeit in den Griff zu bekommen.

Raucher, die aber nur gelegtlich und nicht mehr als eine halbe Schachtel am Tag rauchen, werden in aller Regel aber auch ohne ärztliche Hilfe auskommen und können sich bereits nach wenigen Tagen über ein Nachlassen der Abhängigkeitssyndrome freuen.

Tipps gegen die psychische Abhängigkeit

Schlimmer wiegt der psychologische Druck der Abhängigkeit vom blauen Dunst. Um mit dieser Belastung fertig zu werden, gibt es kein ultimatives Geheimrezept, das bei allen Rauchern gleich gut wirkt.

Weil es ganz unterschiedliche Methoden der Suchtbewältigung gibt, seien hier kurz einige angeführt.

Nichtraucher-Bücher

Verschiedenste Autoren – Psychologen, Biologen, Mediziner oder einfach frühere Kettenraucher – haben die verschiedensten Nichtraucher-Bücher auf den Markt gebracht, die alle auf ihre ganz eigene Art versuchen, die Vorteile des Nichtrauchens zu propagieren.

Eines der erfolgreichsten Bücher der letzten Jahre war dabei „Endlich Nichtraucher“ vom britischen Autor Allen Carr. Das Besondere und gleich Umstrittenste an Carrs Buch (das Teil einer langen Serie von Selbsthilfebüchern war) ist die Tatsache, dass der Raucher hier einer Art „positiver Gehirnwäsche“ unterzogen wird: Der Raucher stoppt erst nach Beendigung des Buches wie „ganz automatisch“ mit der Rauchen.

Trotz der Kritik an diesem und vielen anderen Büchern, klappt die Entwöhnung auf solchem Wege oftmals sehr gut.

Alternativen für den Mund

Eine andere Möglichkeit, um das Verlangen nach einer Zigarette zu stillen, ist das Einnehmen von Alternativen. Für viele ehemalige Raucher, die mit dem Rauchern aufhören wollen, sind Süßigkeiten eine gute Alternative.

So reicht häufig etwa das Kauen eines Kaugummis oder das Lutschen eine Lakritzbonbons aus, um dem Gehirn eine Belohnung zu vermitteln. Das Verlangen nach einer Zigarette wird somit unterdrückt.

Elektrische Zigarette

Eine relativ junge und neue Form der Entwöhnung kommt mit der elektronischen Zigarette immer mehr auf den deutschen Markt.

Von dieser Möglichkeit ist aber nur wenig zu halten: Da hier Nikotin in flüssiger Form verdampft wird und die Menge nach und nach reduziert werden soll – um sich langsam zu entwöhnen – raucht der Raucher erst einmal normal weiter. Eine echte Entwöhnung von der Zigarette als psychischer Reiz findet hierbei jedoch nicht statt.

Zudem haben Studien unlängst gezeigt, dass dem vermeintlich reinen Nikotin viele gefährliche Zusatzstoffe und Chemikalien beigemischt sind, die die elektrische Zigarette alles andere als gesund machen.

Ganz ohne Hilfe

Manche Raucher sind besonders mutig und versuchen die Entwöhnung ganz ohne Ersatz. Das verlangt aber eine enorm hohe Willenskraft, da das Gehirn ständig nach der gewohnten Zigarette „schreit“.

Sich auf diesem Wege vom Rauchen zu befreien ist daher besonders schwer, wenn auch nicht weniger effektiv. Es bleibt bei dieser Form aber ein enorm hohes Risiko des Rückfalls bestehen.

Endlich rauchfrei

Wie auch immer man sich von der Zigarette löst und endlich zum Nichtraucher wird, bleibt den persönlichen Vorlieben eines jeden Rauchers überlassen.

Fest steht jedoch: Die kleinste Nachlässigkeit – auch nach Jahren – führt sofort zum Rückfall. Dass Sie erfolgreich 5 Jahre oder mehr Nichtraucher waren, bedeutet nur wenig: Bereits eine einzige Zigarette kann Sie wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen lassen, sodass der lange Entwöhnungsprozess dann vollkommen überflüssig war.

Daher gilt für jeden neuen Nichtraucher: Finger weg von jeglicher Zigarette! Auch nur ein Zug auf einer Party kann einen Rückfall in alte Verhaltensmuster bedeuten.

Bildnachweis: macroart, Photodune

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.