Gefahr Facebook Places

Finger weg von Facebook Places und Co

Dienste wie Facebook Places oder Google Latitude erfreuen sich steigender Beliebtheit: Viele Nutzer haben die Spielerei für sich entdeckt, dem virtuellen Freundeskreis jederzeit mitzuteilen, wo man sich gerade befindet. Und so nett diese Spielerei auch sein mag: Man sollte die Finger davon lassen.

Wie funktioniert Facebook Places?

Die Anwendung von Facebook Places und vergleichbaren Diensten ist denkbar einfach: Besitzen Sie ein Smartphone, so können Sie mit der passenden App und wenigen Klicks eine Statusnachricht mit Ortsangabe absenden. Das funktioniert durch das integrierte GPS-Modul der Smartphones. Bis auf wenige Meter Genauigkeit sind Sie zu orten. Das ermöglicht, dass Facebook Places, etc. mit der Ortsangabe Ihnen dann bereits bekannte Orte – etwa ein Restaurant oder eine Sehenswürdigkeit – vorschlagen. In diesen Ort können Sie sich dann einchecken: Ihr gesamter Freundeskreis im Web weiß dann, wo Sie gerade sind.

Sicherlich: Eine nette Spielerei. Man weiß wo Sie sind, Sie wissen wo Ihre Freunde sind. Und wenn es passt, dann kann man sich ohne vorherige Absprachen rein zufällig und ganz spontan treffen. So zumindest sieht Facebook selbst den Vorteil von Facebook Places.

Die Gefahren von Facebook Places

Doch hat diese Spielerei Auswirkungen auf Ihr Leben, über die Sie sich bisher sicherlich noch keine Gedanken gemacht haben. Gefahren gibt es nicht nur bei der Vermarktung Ihrer Daten.

Vermarktung Ihrer Daten

Google und Facebook entwickeln solch aufwendige Anwendungen nicht deshalb, weil man der Welt etwas Spaß schenken möchte. Nein, auch bei diesen Anwendungen geht es knallhart um’s Geld verdienen.

So hat Facebook mit Places jetzt angefangen, den Places-Nutzern Gutscheine und Sonderaktionen in Ihrer Nähe anzubieten. Halten Sie sich etwa besonders häufig in Hamburg auf – und markieren Sie in dieser Stadt auch häufig Orte – so kann Facebook vermuten, dass Gutscheine in und um Hamburg für Sie interessant sein könnte. Sie erhalten dann auf Sie zugeschnittene Werbung. Bei dieser Werbung verdient Facebook kräftig mit.

Gefahr Facebook Places

Gefahr Facebook Places

Und in Zukunft könnte diese Form der personalisierten Werbung noch weiter gehen, besonders im Bereich der Marktforschung. Denn wenn Facebook erst einmal Bewegungsprofile über Sie erstellt und das mit den bereits vorhandenen Daten verknüpft, könnten sich vielfältigste Verdienstmöglichkeiten für das Social Network ergeben.

So könnte man – als Beispiel – etwa feststellen, dass besonders viele Jugendliche und Schüler in der Mittagszeit einen bestimmten Weg durch die Innenstadt zurücklegen. Für Einzelhandelsketten wäre es mit diesen Daten dann ein Leichtes, genau an dieser Strecke und zu bestimmten Uhrzeiten das eigene Angebot genau auf diese Zielgruppe auszurichten.

Manch ein Nutzer mag in diesen Möglichkeiten echte Vorteile – etwa zum Sparen – sehen. Doch Sie müssen bedenken: Unternehmen sind immer an einer Gewinnorientierung interessiert. Irgendwann könnte das Angebot von Sparmöglichkeiten mit Gutscheinen zu erhöhten Preisen führen.

Facebook Places: Ein Mekka für Stalker

Ein Argument das bei der Einführung von Google Streetview in Deutschland immer wieder genannt wurde, war die Befürchtung, dass Einbrechern durch die Aufnahme von Häusern und Grundstücken die Arbeit erleichtert werden könnte.

Ähnliches könnte man – ohne zu weit gehen zu wollen – auch bei Facebook Places anführen: Nicht jeder Mensch führt nur Gutes im Sinne. Zu schnell könnten Ihre Ortsinformationen nicht nur zu spontanen Treffen, sondern auch zu einer virtuellen Verfolgung führen. Sie sollten sich daher einmal fragen, ob Sie Dienste wie Facebook Places überhaupt nutzen wollen.

Bild: lululemon athletica auf flickr, Lizenz

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.