Glasherstellung

Glasherstellung – Pressglas und Glasbläserei

Die Glasherstellung ist ein Jahrhunderte altes Handwerk. Doch trotz dieses enormen Alters gibt es in der Glasherstellung ständig neue Innovationen und Weiterentwicklungen, für unterschiedliche Anwendungsbereiche gibt es unterschiedliche Herstellungsverfahren.

Ohne Glas wäre unsere Welt unvorstellbar. Beobachten Sie sich einmal selbst: Wie häufig am Tag benutzen Sie Glas? Beim Trinken, beim Verwenden einer Brille, beim Fotografieren, selbst beim Telefonieren ist Glas im Spiel. Doch nicht nur für unser tägliches Leben ist Glas wichtig, auch in der Industrie spielt Glas eine große Rolle. So ist Glas etwa eine der wenigen Substanzen, die beinahe vollständig säureresistent sind. Weil wir Glas in so unterschiedlichen Formen benötigen, gibt es ganz unterschiedliche Glasarten und auch die Herstellung variiert mitunter stark.

Woraus besteht Glas?

Glasherstellung

Glasherstellung

Glas besteht immer (so lange das Glas nicht aus Kunststoff besteht und nur aufgrund der Eigenschaften den Namen „Glas“ in sich trägt) zu einem großen Teil aus Silizium. Dieses chemische Element wird beispielsweise auch in Computerchips verwendet, kommt in der Natur aber beinahe an jedem Ort vor: Denn Silizium ist nicht anderes als Quarzsand. Je nach Anforderungen an das Glas werden dann aber auch andere chemische Elemente dem Glas beigemischt. So besteht Pressglas – das man beispielsweise für das Herstellen optischer Linsen benötigt – aus sogenanntem „Borosilikatglas“. Neben Silizium ist diesem Glas auch eine große Menge Bor beigemischt. Ein anderes Beispiel: Der Email – ebenfalls eine besondere Glasform, die man etwa in der eigenen Badewanne wieder findet und täglich nutzt – ist Fluor beigemischt. Grundsubstanz bei allen Glasformen bleibt aber Quarzsand.

Je nach gewünschter Färbung des Glases können noch andere Elemente beigemischt werden. Eisen etwa färbt das Glas grün.

Glasherstellung

Die Glasherstellung hat sich in vielen Bereichen seit Jahrhunderten und Jahrzehnten im Grunde dann doch nicht stark geändert. Der erste Schritt der Glasherstellung bleibt zunächst immer das Herstellen einer sogenannten Schmelze: Dazu werden die gewünschten chemischen Elemente des späteren Glases mit anderen Chemikalien, die das Schmelzen beschleunigen gemischt und stark erhitzt. Ab etwa 600 Grad Celsius beginnt diese Mischung dann zu schmelzen und verbindet sich zu einer heißen, rot glühenden Flüssigkeit. Mit dieser Flüssigkeit kann man dann unterschiedlich umgehen.

Glasbläserei

Die wohl bekannteste Form der Glasherstellung ist das Glasblasen. Sie ist aber auch eine der teuersten Formen, weil sie echte Handarbeit ist. Von dem geschmolzenen Glas wird dafür ein Tropfen an einem Blasrohr befestigt und von dem Glasbläser dann mit viel Gefühl in die richtige Form und Größe geblasen. Ein Fehler und eine Arbeit von Stunden ist zunichte gemacht.

Wurden lange Jahre alle Glasgefäße auf diese Weise hergestellt, so hat der Fortschritt der Technik hier wieder einmal vieles vereinfacht. Denn keine Glasflasche und kein Marmeladenglas kommt heute noch aus einer echten Glsbläserei, sondern wird industriell hergestellt.

Industrielle Herstellung

Die industrielle Glasherstellung hat einen enormen Vorteil: Sie ist deutlich schneller (und damit günstiger) und kann eine immer gleiche Form (und dadurch wenig Ausschuss) garantieren.

Dazu wird das geschmolzene Glas tropfenweise in fest definierte Formen gefüllt und dann in die richtige Form gepresst. Das kann ein Quader zu Weiterverarbeitung sein, das können aber Wein- und Bierflaschen, Marmeladen- und Trinkgläser. In solche einer industriellen Herstellung dauert das Formen des Glases dann nur noch wenige Sekunden, eine große Fabrik kann auf diese Weise tausende Gläser unterschiedlichster Form und Farbe pro Tag herstellen.

Spezielle Herstellungsformen

Für besonderes Glas gibt es jedoch auch andere, besondere Herstellungsformen, die manchmal eine Mischung aus Handarbeit und maschineller Hilfe sind. Insbesondere Glas mit besonderen Anforderungen (etwa aus der chemischen Industrie) lässt sich nicht in großer Stückzahl industriell herstellen, weil die Gefahr übersehener Fehler oder zu starker Abweichungen vom Soll einfach zu groß wäre.

Bildnachweis: Stockcube, Photodune

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.