Chinas Wirtschaft

China – Wirtschaftsmacht der Zukunft?

China gilt als DIE aufstrebende Wirtschaft, als Zukunft der Weltwirtschaft, als Gewinner der letzten Jahre und Jahrzehnte. Und tatsächlich: China ist zu einer beeindruckenden Wirtschaftsmacht herangewachsen. Die Frage ist nur: Wie sieht Chinas Zukunft aus?

China ist ein beeindruckendes Land: Ganz unterschiedliche Landschaften, ganz unterschiedliche Menschen, viele Millionen-Städte und fast 1 Milliarde Einwohner. Und das ehemals – und offiziell noch immer – kommunistische Land hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Star der Weltwirtschaft gemausert. Wenn man Billigprodukte und Elektronik in der Hand hält, denkt man zunächst an China. Denkt man an minderwertige Qualität, denkt man an China. Sucht man den Exportweltmeister des letzten Jahres: Man sieht China.

(Un)Erschöpfliche Ressourcen in China

Chinas Wohlstand und strebsamer Aufstieg liegt vor allem an den Ressourcen, die das Land nutzt: Billige Arbeitskräfte, keine Rücksicht auf Natur und Umwelt, ausbeuterische Arbeitsbedingungen. Das ist es, was China nutzt. China kann daher viele Produkte deutlich günstiger als die westliche Welt produzieren. Und der westlichen Welt ist das ganz recht, selbst Apple lässt seine iPhones und iPad in China fertigstellen. China produziert für die Welt und exportiert in die ganze Welt.

Doch in China hat das viele Menschen reich gemacht. Metropolen wie Shanghai oder Peking sind exorbitant teuer und gleichzeitig gibt es – neben vielen armen Menschen – enorm viele Millionäre.

China – Wirtschaftliche Probleme überall

Doch Chinas wirtschaftlicher Erfolg schafft auch viele Probleme, an denen das Land in Zukunft wird arbeiten müssen.

Schere zwischen arm und reich

So geht etwa die Schere zwischen den beiden Extremen „reich“ und „arm“ immer weiter auseinander: Während Wirtschaftsbosse und Unternehmer von billigen Arbeitskräften und der Auslandsnachfrage profitieren und immer mehr Geld verdienen, haben die armen Wanderarbeiter, die Landbevölkerung oder Bewohner der Vorstädte meist nichts von Chinas wirtschaftlichen Erfolg. Das schafft Konflikte.

Chinas Wirtschaft

Chinas Wirtschaft

Zwar konnte Chinas Führung aufkeimenden Widerstand gegen die politische Führung des Landes meist im Kern ersticken, die große Frage bleibt jedoch, wie lang das noch funktioniert.

Gläubiger der Welt

Da China für die Welt billig produziert und diese Produkte in alle Welt verschifft, hat China die größten Devisenreserven der Welt. Damit wird China aber auch zum Gläubiger der Welt. So ist China etwa der größte Gläubiger der USA.

Doch ist das nicht nur ein Druckmittel für Chinas Politik, es ist auch ein riesiges Problem: Durch hohe Währungsreserven verliert die eigene Währung (Renminbi oder umgangssprachlich Yuan) immer weiter an Wert. Die schneller wachsende Inflation verschärft die Einkommensproblematik weiter und schafft gleich das nächste Problem: Fehlende Inlandsnachfrage.

Fehlender Binnenmarkt

Gerät Deutschland in Schieflage, weil der Export nachlässt, so ist das meist kein Problem: Eine starke Inlandsnachfrage der Deutschen sorgt für eine weiterhin gute wirtschaftliche Entwicklung. China fehlt das: Das Land produziert und exportiert zwar jede Menge. Im eigenen Land aber wird wenig konsumiert, weil die Preise weiter steigen und das Einkommen der meisten Einwohner viel zu gering ist.

Solange der Export boomt, ist das kein Problem. Lässt der Export jedoch nach, steht China vor einem echten Problem.

Das sieht man immer dann, wenn die Welt in die nächste Finanzkrise steuert: Geht es der Welt schlecht, geht es China merklich schlechter. So beeindruckend Chinas Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte auch war: Jetzt gilt es, das Land weiterzuentwickeln. Die erste wirtschaftliche Öffnung in den 80er Jahren konnte nur der Anfang sein. Jetzt gilt es, auch den Binnenmarkt zu stärken und das politische System zu überdenken. Nur dann hat China eine Chance, denn die Verfolger warten schon: Länder wie Brasilien oder Indien.

Bildnachweis: jovannig, Photodune

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.