Gefahr durch Dachlawinen

Dachlawinen – Gefahr von oben

So schön der Winter auch sein mag, Dachlawinen können zur echten Gefahr werden, die jedes Jahr auf’s Neue zur Gefahr für Autos, aber auch Leib und Leben werden können. Nicht selten führen Dachlawinen aus großer Höhe zu einem Schneeschaden am Auto oder können starke Verletzungen verursachen.

Doch wie entstehen solche Dachlawinen überhaupt, wie kann man sie verhindern und wer kommt im Fall der Fälle für den entstandenen Schaden auf?

Wie entstehen Dachlawinen?

Wie normale Lawinen – etwa in den Alpen -, so entstehen auch Dachlawinen immer dann wenn eine angehäufte Schneemenge unter der eigenen Last kollabiert. Je nach Steigung des Daches geraten die Schneemassen dann mehr oder weniger stark in Bewegung und können als Ganzes vom Dach abrutschen.

Gefahr durch Dachlawinen

Gefahr durch Dachlawinen

Dieses Phänomen ist vor allem in zwei Situationen häufig zu erleben. Wenn der Schnee sehr „trocken“ und leicht ist (der typische Pulverschnee) und durch eine hohe Außenkälte auch nicht nass wird und sich noch mehr verdichtet,  dann liegen die einzelnen Flock nur sehr leicht auf einander, die Flocken greifen nur schwach in einander. Ein leichter Windstoß kann dann schon reichen um den gesamten Schnee vom Dach zu pusten. Weil aber der Schnee sehr locker ist, kann er sich auf seinem Weg nach unten noch verteilen oder wird sogar vom Wind davon getragen.

Viel gefährlicher sind Dachlawinen daher meist am Ende des Winters, wenn die Temperaturen wieder steigen: Die im Winter angesammelte Schneemasse fängt dann an zu schmelzen und verdichtet sich sehr stark. Irgendwann erreicht der nasse Schnee eine kritische Phase: Da zu wenige Flocken noch vorhanden sind, greifen die verbleibenden kaum noch in einander. Die Schneemasse gibt nach und bricht an den Dachrändern regelrecht ab. Der sehr schwere und verdichtete Schneematsch fällt dann mit hoher Geschwindigkeit herab und kann in dieser Zeit auch nicht vom Wind etwa verweht werden.

Dachlawinen verhindern

Bereits mit einer Vorsorge lassen sich Dachlawinen und die daraus resultierenden Unfälle aber verhindern: Ein Schneefallgitter (oder ersatzweise ein Holzstamm) kann Dachlawinen verhindern. Mit einer solchen Vorrichtung wird der Schnee auf Hausdächern mit starker Neigung vor dem Abrutschen gesichert.

Gesetzlich vorgeschrieben

Zwar gibt es kein allgemeines Gesetz, die solche Vorrichtungen auf Dächern vorschreibt. In Städten und Gemeinden, in denen regelmäßig viel Schnee fällt, werden solche Vorrichtungen aber regelmäßig in den Gemeindesatzungen zur Auflage für Hauseigentümer gemacht. So sollen andere Verkehrsteilnehmer und Nutzer des öffentlichen Raums vor den Gefahren von Dachlawinen geschützt werden.

Wer als Hauseigentümer dieser Auflage nicht nachkommt, hab im Schadensfall häufig das Nachsehen.

Haftung für Dachlawinen

Wer Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Dachlawinen – dazu gehören Schneefanggitter, das Absperren einer Fläche vor dem Dach sofern möglich oder auch das Räumen des Daches von Hand – unterlässt, haftet als Hauseigentümer regelmäßig für den durch eine Dachlawine entstandenen Schaden. Zwar übernimmt in den meisten Fällen die Haftplichtversicherung des Hauseigentümers den Schaden, der Ärger ist trotzdem groß.

Haftung bei Schäden an Autos

Gleiches gilt bei Schäden, die durch Dachlawinen an einem Auto verursacht wurden. Auch hier trägt der Hauseigentümer, bzw. dessen Versicherung erst einmal den Schaden. Allerdings mit zwei Besonderheiten: Zum Einen muss der Autoeigentümer nachweisen können, dass der Schaden durch eine Dachlawine verursacht wurde. Daher gilt im Schadensfall: Zeugen benennen können und den Schaden am Unglücksort dokumentieren können. Zudem gab es in der Vergangenheit jedoch auch bereits Urteile, die eine Teilschuld beim Autofahrer sahen: Wer sein Auto parkt oder abstellt, muss sicherstellen können, dass diese Stelle sicher ist. Daher gilt für jeden Autofahrer: Sofern möglich das Dach selbst auf hohen Schnee und Sicherungsvorkehrungen gegen Dachlawinen begutachten. Sonst könnte es für Sie teuer werden.

Bildnachweis: jeancliclac, Photodune

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.