DSL-Anbieter wechseln

Augen auf beim DSL-Wechsel

Wer Geld sparen will, der wird sich häufig auch Gedanken um einen Wechsel des DSL-Anbieters machen. Die Preise sind bei ähnlicher Leistung doch recht unterschiedlich und besonders alte Verträge sind häufig überteuert und schreien gerade zu nach einer Veränderung.

Aber: Augen auf beim DSL-Wechsel! Nicht selten gehen mit dem Wechsel des DSL-Anbieters Probleme einher, an die man nicht in den kühnsten Träumen gedacht hätte. Ein DSL-Wechsel muss daher gut vorbereitet und geplant werden. Denn sonst kann es teuer werden oder man ist wochenlang von der Internet-Umwelt abgekapselt.

DSL-Wechsel vorbereiten

DSL-Anbieter wechseln

DSL-Anbieter wechseln

Wer den DSL-Anbieter wechseln will, der muss zunächst einmal Unterlagen wälzen, um etwa herauszufinden, wann man wechseln kann, zu welchen Kündigungsfristen das geschehen muss oder wann sich der Vertrag automatisch verlängert hat.

Kündigungszeitraum beachten

Bei den meisten DSL-Anbietern bekommt man noch immer 24-Monats-Verträge angeboten. Die sind zwar relativ kostengünstig, sie haben aber auch einen großen Nachteil: Man ist eben für 2 Jahre an den einen bestimmten Anbieter gebunden und kommt während dieser Zeit nur schwer wieder aus dem Vertrag raus. Beachtet man dann bestimmte Fristen nicht, so verlängert sich der Vertrag i.d.R. automatisch um – denn so ist es im BGB verankert – ein weiteres Jahr. Jedes Jahr auf’s Neue.

Neuerdings bewerben verschiedene Anbieter verstärkt Angebote, die angeblich ohne Kündigungsfrist immer zum Monatsende kündbar sind. Doch auch das stimmt häufig nur zum Teil. Abgesehen davon, dass solche Verträge häufig teurer sind und die benötigte Hardware nicht kostenlos mitgeliefert wird, sind Kündigungsfristen (etwa ein oder zwei Wochen) dann doch zu beachten.

Kündigungsfristen beachten

Die tatsächlichen Kündigungsfristen ergeben sich häufig nur aus dem Kleingedruckten der Verträge. Wer glaubt, seinen DSL-Vertrag einfach eine Woche vor Vertragsende kündigen zu können, der irrt gewaltig. Gerade bei 2-Jahres-Verträgen sind Kündigungsfristen von 3 Monaten keine Seltenheit. Bei Verträgen, die eine kürzere Laufzeit haben (etwa 12 Monate oder gar nur ein Monat) sind häufig auch Kündigungsfristen von wenigen bis mehrere Wochen in den Vertrag eingeschlossen.

Wer bei den Kündigungsfristen nicht aufpasst, bei dem verlängert sich der Vertrag dann automatisch um eine weitere Laufzeit, häufig 12 Monate. Während dieser Verlängerung hat der Kunde dann häufig keine Möglichkeit, frühzeitig aus dem Vertrag entlassen zu werden.

Ein Tipp: Lassen Sie sich das späteste Datum für einen Kündigungseingang vom Kundendienst Ihres DSL-Anbieters schriftlich zusenden. Die Hotlines machen das häufig ohne Murren und Sie können sicher gehen, auch am richtigen Tag zu kündigen.

Umzug häufig kein Kündigungsfall

Viele Kunden leiden zudem unter dem Irrtum, dass ein Umzug ein Sonderkündigungsrecht beinhalten würde. Dem ist nicht so!

Nur wenn der bisherige DSL-Anbieter keine Möglichkeit hat, am neuen Wohnort den alten Vertrag fortzuführen, kann der Kunde aus dem Vertrag aussteigen. Doch häufig ist genau das nicht der Fall, denn die allermeisten DSL-Anbieter können überall in Deutschland auch ihre Dienstleistung erbringen. Dann sind die alten Laufzeiten und Kündigungsfristen immer noch Bestandteil des Vertrags. Und noch schlimmer: Häufig verlangen die DSL-Anbieter bei einem Wohnortwechsel auch eine Bearbeitungspauschale – Zu Recht!

DSL richtig kündigen

Wenn Sie den Kündigungstermin gefunden haben oder schriftlich von der Hotline erhalten haben und somit ganz genau wissen, was Sie kündigen müssen ohne eine automatische Verlängerung des Vertrags zu fürchten, so können Sie doch immer noch viel falsch machen. Denn auch einen Vertrag richtig zu kündigen braucht ein wenig Erfahrung.

Kündigen Sie am besten

  • per Einschreiben mit Rückschein oder besser
  • per Fax mit qualifiziertem Sendebeleg.

Das verursacht zwar einige Kosten, damit sind Sie jedoch auf der sicheren Seite. Vorallem per Fax mit qualifiziertem Sendebeleg (dabei wird eine verkleinerte Version der ersten versandten Seite direkt unter den Statusbericht gedruckt) können Sie dann später – falls es im Zuge der Kündigung zu Streitigkeiten kommen sollte – vollkommen sicher und im Notfall vor Gericht beweisbar nachweisen, dass Sie rechtzeitig den Vertrag gekündigt haben.

Eine zweite Fehlerquelle liegt bei der Kündigung aber auch häufig in der Formulierung des Schreibens. Verwenden Sie daher immer nur das Wort Kündigung, nie aber das Wort „Widerruf“ oder „Beendigung“. Eine falsche Verwendung der Begrifflichkeiten kann Ihnen immer zum Nachteil ausgelegt werden.

In ein vollständiges Kündigungsschreiben gehört:

  • Ihre vollständige Anschrift
  • Ihre Kundennummer und die Vertragsnummer des Vertrags, den Sie kündigen wollen
  • Das Kündigungsdatum
  • Der Hinweis auf Einhaltung der Kündigungsfristen
  • Der Hinweis auf Beendigung der Einzugsermächtigung mit Vertragsende

Bleiben Sie im Schreiben freundlich, aber direkt. Weisen Sie ggf. auch darauf hin, dass Sie Anrufe von Callcentern untersagen. Denn das wird man versuchen: Sie durch Telefonate, Versprechungen und Gutschriften als Bestandskunden zu halten.

Telefonnummer beim DSL-Wechsel behalten?

Wie auch bei Mobilfunkverträgen kann der Verbraucher darauf vertrauen, eine Rufnummer mit zu einem anderen Anbieter zu nehmen. Doch auch hierbei bedarf es Vorkehrungen.

Vor Ihrer Kündigung sollten Sie daher mit der Beratungshotline des neuen DSL-Anbieters das Vorgehen der Rufnummern-Portierung besprechen. Häufig gibt es hierbei Unterschiede, die es zu beachten gilt. Sonst kann es bei der Kündigung passieren, dass auch Ihre alte Rufnummer gelöscht wird.

Ein guter Ansprechpartner für Probleme bei der Rufnummern-Portierung ist auch die Bundesnetz-Agentur, als zuständige Aufsichtsbehörde für den Telekommunikationssektor.

Achtung bei der Beauftragung des Wechsels

Verschiedene Anbieter machen Ihnen häufig das Angebot, einen DSL-Wechsel in Gänze für Sie zu übernehmen. Das ist bequem, aber auch nicht risikofrei.

So sollten Sie sich vor Abschluss des neuen Vertrags das ganze Procedere schriftlich zusichern lassen. Etwa, dass Ihre Rufnummer übernommen wird, oder dass Sie maximal einen Tag vom Internet getrennt sind. Dass der neue Provider alle notwendigen Kosten übernimmt und den alten Vertrag für Sie kündigt.

Die Kunden werden bei solchen Wechsel-Angeboten häufig mit Prämienzahlungen im dreistelligen Bereich gelockt. Sie sind dann aber auch die Leidtragenden, wenn die sog. Port-Übergabe nicht geklappt hat: Es gibt genügend Geschichten von Kunden, die dann zwei oder mehr Wochen ohne Telefon und Internet auskommen mussten.

Billig ist nicht immer besser

Leider hat sich in Deutschland die „Geiz ist geil“-Mentalität durchgesetzt. Doch immer häufiger zeigt sich, dass billig nicht immer besser ist. Wer erstklassige Dienstleistungen und einen tollen Service erwartet, der wird vom billigsten Angebot wahrscheinlich enttäuscht werden.

Auch bei DSL gilt die Devise: Je billiger, umso häufiger auch schlechter.

Das hat verschiedene Gründe. Zum Einen ist Kundenservice immer noch der teuerste Faktor bei der Bereitstellung von DSL. In Problemfällen bedeutet das häufig, dass der Kunde von Billigst-Angeboten sich häufig mit schlecht geschultem und unfreundlichen Hotline-Personal ärgern muss.

Aber auch bei der Dienstleistung selbst gibt es Unterschiede. Häufig haben die teureren Anbieter die schnelleren und zuverlässigeren Netze. Sehr zur Freude des Kunden. Denn der kann auf eine hohe Ausfallsicherung und schnelle Problembehebungen vertrauen.

DSL-Wechsel nicht im jeden Preis

Ein Wechsel des DSL-Anbieters muss gut vorbereitet sein und lohnt sich in den meisten Fällen dann doch nicht. Sie sollten einen DSL-Wechsel nicht um jeden Preis anstrengen.

Besonders bei jüngeren Angeboten sind die Unterschiede häufig minimal. Da kostet dann die gleiche Leistung mal einen Euro mehr, mal zwei Euro weniger. Um aber zwei Euro zu sparen, schneiden Sie sich bei einem Wechsel vielleicht wochenlang von der Außenwelt ab, denn Probleme gibt es fast immer.

Günstiger ist es da, als Bestandskunde beim eigenen Provider nach besseren Konditionen zu fragen. Der ist zwar nicht verpflichtet, Ihnen die günstigeren Konditionen ebenfalls anzubieten, die Androhung einer Kündigung wirkt oft aber wahre Wunder.

Bild: dkpto auf flickr, Lizenz

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.