Geier

Geier – Gesundheitspolizei der Natur

Geier sind – wenn man so will – die Gesundheitspolizei der Natur. Als Aasfresser sorgen Sie dafür, dass jedes kranke, verwundete und tote Tier komplett in der Nahrungskette verwertet wird.

Geierarten gibt es ganz unterschiedliche. Und das Besondere: Jede Geierart ist bei der Tierverwertung für eine andere Aufgabe verantwortlich. So frisst die eine Geierart Muskeln und Haut eines toten Tieres, eine andere Art vertilgt die Innereien und wieder andere Geier leben von den Knochen des Tieres. Haben alle Geier ihre Aufgabe getan, so bleibt von einem Tier im besten Fall außer dem Schädel und Gehörn nichts mehr übrig.

Gänsegeier

Der wohl bekannteste Geier dürfte der Gänsegeier sein. Mit seinem fast unbegefiederten und langen Hals dringt er in den Bauchraum toter Tiere ein und ernährt sich dort von den Innereien.

Gesundheitspolizei in der Natur

Geier

Geier

Geier sind vor allem deshalb als Gesundheitspolizei anzusehen, weil sie – anders als Adler etwa – selbst keine gesunden Tiere schlagen. Als Segler, die in mehreren tausend Metern Höhe kreisen wären sie für das Schlagen und Erlegen v0n Beutetieren viel zu langsam und aufgrund ihrer enormen Flügelspannweite viel zu behäbig.

Geier konzentrieren sich bei ihrer Nahrungssuche dabei vor allem auf kranke und verwundete oder bereits toten Tiere. So helfen sie mit Krankheiten einzudämmen und verhindern, dass kranke Tiere ihre Artgenossen belasten. Da die sich vorwiegend von Aas ernährenden Tiere zudem fast alles an einem Tier verwerten, bleiben keine toten und krankheitsübertragenden Kadaver zurück.

Geier auch in Deutschland

Würde man Geier eher in den Wüsten Amerikas und Südeuropas vermuten, so überrascht es schon, dass es Geier auch immer wieder nach Deutschland schaffen. Zwar sind die Tiere hier nicht beheimatet, doch in Frankreich leben verschiedene Geierarten. Und an dieser Stelle tritt ein spannendes Phänomen zutage: In Frankreich ernährten sich Geier vor allem auf Mülldeponien von Tier- und Hausmüllabfällen. Da aber auch in Frankreich eine EU-Richtlinie zur Müllverbrennung umgesetzt werden musste, finden die Tiere dort nicht mehr genügend Nahrung und segeln deshalb auch bis weit nach Deutschland hinein um hier auf Nahrungssuche zu gehen. Die Tiere können bei diesen Wegen mehrere tausend Kilometer in nur wenigen Tagen zurücklegen. Sie segeln dabei in Höhen von mehreren tausend Metern und sind manchmal aus Verkehrsflugzeugen zu beobachten.

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.