Richtiges optisches Auftreten beim Bewerbungsgespräch

Der erste Eindruck zählt. Beim Bewerbungsgespräch ist das nicht anders. Wer eine Stelle zu vergeben hat, der will schon auf den ersten Blick sehen, ob ein Bewerber geeignet ist, oder nicht. Doch ebenso wie fachliche Fähigkeiten ist das optische Auftreten beim Bewerbungsgespräch enorm wichtig.

Damit Sie die Eignung für die Stelle auch schon auf den ersten Blick verdeutlichen, müssen Sie einige Regeln zum richtigen optischen Auftreten beherzigen. Denn: Anzug ist nicht gleich Anzug und Schuhe sind nicht gleich Schuhe.

Hier finden Sie Informationen zu

um auf Ihr Bewerbungsgespräch optimal vorbereitet zu sein.

Wichtig: Die Körperpflege

Abgesehen vom richtigen Outfit für ein Bewerbungsgespräch, gilt es auch den eigenen Körper auf Vordermann zu bringen. Ob Frisur, Fingernägel oder Haut: Auf all diese Faktoren achten Vorgesetzte. Umso mehr, je mehr der Bewerber zukünftig in Kundenkontakt kommt. Vor einem Bewerbungsgespräch ausreichend eigene Makel zu beseitigen gehört daher immer dazu.

Die Hände und Finger

Hände und Fingernägel

Hände und Fingernägel

An den Händen kann man viel über die Qualitäten, die Eigenschaften, das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl von Menschen ablesen. Gepflegte Hände sind daher im Alltag jederzeit ein absolutes Muss.

So auch beim Bewerbungsgespräch. Achten Sie auf gepflegte Hände und Fingernägel. Auf was genau Sie dabei achten müssen, finden Sie in den nächsten Zeilen.

Die Fingernägel

Fingernägel sind nicht gleich Fingernägel. Auf die Details kommt es an. Einige Tipps für Ihr Bewerbungsgespräch.

Frauen

Was man kaum glauben mag: Auch Frauen machen bei ihren Fingernägeln viel falsch!

  • Die Fingernägel dürfen nicht zu lang sein. Wer später in der Gastronomie oder am Rechner arbeiten will, der sollte wissen, wie verboten oder unpraktisch lange Fingernägel sind. Die Fingernägel sollten die Fingerkuppe nicht weiter als etwa 3mm überragen.
  • Dezenter Nagellack: Wollen Sie sich auf eine seriöse Stelle bewerben, so zeigen Sie diese Seriosität auch bei Ihren Fingernägeln! Knallrot dürfen die Fingernägel nicht lackiert sein. Verwenden Sie besser einen dezenten Klarlack oder einen Hautton. Künstliche Fingernägel oder aufgemalte Blumen, etc. sind in den meisten Bereichen ein absolutes No-Go!
  • Die Nagelhaut muss entfernt sein. Wenn Sie das selbst nicht schaffen, geben Sie wenige Euro für eine professionelle Entfernung in einem Nagelstudio aus.

Männer

Auch Männer sollten zunehmend auf ihre Fingernägel achten:

  • Die Fingernägel sollten kurz sein, aber die Fingerkuppe noch überragen. Abgebissene Fingernägel oder Fingernägel, die seit Monaten keine Schere mehr gesehen haben, sieht kein Vorgesetzter gern. Schlecht gepflegte Fingernägel suggerieren häufig eine schlechte Allgemein-Hygiene.
  • Die Fingernägel sind zu feilen: Scharfkantige Bruchkanten, Risse und Zacken passen zu einem Anzugträger so wenig, wie Feuer zu Wasser.
  • Für Frauen und Männer gleichermaßen gilt: Lassen Sie sich die Nagelhaut entfernen. Schlecht gepflegte Nagelhaut ist einfach ein sehr schlechtes Bild und zeugt nicht gerade von großer Begeisterung für den eigenen Körper.
  • Eine professionelle Maniküre kostet häufig nur wenige Euro. Vereinbaren Sie am besten ein, zwei Tage vor dem Bewerbungsgespräch einen Termin bei einer Kosmetikerin.

Hände

Was bei Fingern häufig falsch gemacht wird, setzt sich an der Hand fort. Gepflegte Hände sind das A und O in beinahe jedem Beruf.

Abgesehen davon, dass Ihre Hände gewaschen sein sollten, sollten Sie zudem beachten:

  • dass Ihre Hände weich sind: Geruchs- und farbneutrale Handcrème (etwa mit „Urea“) gibt es für wenige Euro in jedem Drogeriemarkt. Somit können Sie – besonders im Winter – spröde und rissige Haut vermeiden.
  • dass Ihre Hände nicht zu stark mit Haaren bewachsen sind. Haarwuchs lässt sich leider nur schwer steuern, das weiß auch ihr vielleicht zukünftiger Vorgesetzter. Dennoch erzeugt zu starker Haarwuchs an Händen und Armen bei vielen Menschen dennoch häufig Abneigung, manchmal sogar Ekel. Beugen Sie dem vor, indem Sie bei zu starken Haarwuchs die Haare beispielsweise mit Wachs (in einem Kosmetikstudio) entfernen lassen.
  • Für Raucher: dass man Ihnen Ihre Sucht nicht ansieht. Häufiges Rauchen lässt die Haut vergilben. Das macht wirklich alles andere, als einen guten Eindruck. Haut sollte immer rosig und gut durchblutet wirken. Niemals aber vergilbt und braun. Auch solche Makel kann man in einem Kosmetikstudio entfernen lassen.

Kopf und Haare

Wie immer gilt auch bei Kopf und Haaren: Weniger ist mehr.

Frisur

Frisur und Haare

Frisur und Haare

Passen Sie Ihre Frisur Ihrem Outfit an. Dazu zählt zum Einen, dass Sie auf aufwendige Hochsteck-Frisuren verzichten. Dazu zählt aber auch, dass man Ihren Haaren die Pflege ansieht. Ungewaschene, fettige Haare gehören zu keinem Bewerbungsgespräch. Zudem kann sich ein Besuch beim Friseur vor einem Bewerbungsgespräch durchaus lohnen. Ausgefranste Haarspitzen, ausgewachsene Ansätze, schlechte Extensions oder schlichtweg zu lange Haare können oftmals das Zünglein an der Waage sein, wenn Sie sich gegen einen anderen Bewerber behaupten müssen.

Gesicht

Auch das Gesicht gilt es zu pflegen und dem Anlass anzupassen.

So sollten Frauen auf ein zu starkes MakeUp verzichten. Hier lautet die Devise: Das MakeUp sollte so seriös sein, wie das Unternehmen, bei dem Sie arbeiten wollen. Roter Lippenstift ist schön und strahlt Erotik aus. In einem Bewerbungsgespräch hat er aber nichts verloren. Der Griff zu dezenten Farben bei Lippen und Augen lässt sie natürlich sein. Und das will ein Unternehmen: Einen Bewerber auf möglichst natürliche Weise kennenlernen.

Für Männer gilt ähnliches: Ein Drei-Tage-Bart ist vielleicht nach einer durchzechten Nacht State-of-the-Art. Nicht aber im Job. Deshalb gehört eine ordentliche Rasur zum Programm vor einem Bewerbungsgespräch. Aber Achtung: Rasuren lösen oftmals Hautreizungen aus, die erst nach ca. 24 Stunden wieder verschwinden. Legen Sie Ihre Rasur daher so, dass Sie eine geereizte Haut beim Bewerbungsgespräch vermeiden können.

Mund und Zähne

Mund und Zähne

Mund und Zähne

Weiße Zähne gibt es nicht. Und dennoch sollte man der Optik der eigenen Zähne – nicht nur, aber besonders zum Bewerbungsgespräch – einen hohen Stellenwert geben. Verfärbungen und Zahnstein sind nicht nur unansehnlich, sie sagen auch viel über die Mundhygiene aus. Deshalb sollte man ca. alle 6 Monate beim Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Damit werden dann alle Verfärbungen – die vom Kaffee oder dem Rauchen kommen – entfernt.

Zudem gibt es im Mundbereich noch anderer Stelle Probleme: Ca. 50% aller Deutschen leiden unter Mundgeruch. Mundgeruch stammt vorrangig von Bakterien im Mund, gegen die man auch gar nichts machen kann. Aber man kann diesen Bakterien Einhalt gebieten und den Mundgeruch somit verhindern: Durch Zähneputzen.

Weitere Quellen für Mundgeruch stammen etwa vom Rauchen, vom Kaffee trinken oder von stark gewürzter Nahrung.

Nun ist es direkt vor einem Bewerbungsgespräch nicht immer möglich, sich die Zähne zu putzen. Ein anderes Mittel ist aber immer verfügbar und hilft sehr viel: Das Kaugummi. Durch das Kauen von Kaugummi riecht der Mund nicht nur nach Minze. Durch Kaugummikauen wird auch der Speichelfluss im Mund angeregt. Das hemmt die Bakterien in ihrer Arbeit, der Mundgeruch nimmt ab.

Körpergeruch

Doch nicht nur aus dem Mund stammen üble Gerüche. Auch der Körpergeruch spielt beim Bewerbungsgespräch eine große Rolle.

Während oftmals Männer sehr schnell nach Schweiß riechen (was durch die obligatorische Dusche vor dem Bewerbungsgespräch schnell erledigt ist), neigen Frauen zu einem anderen Fehler: Der verschwenderischen Verwendung von Parfüm.

Bei Parfüm gilt: Je dezenter, umso besser. Süßliche Düfte haben in einem Büro – aus Rücksicht auf andere – nichts verloren und gehören daher auch nicht ins Bewerbungsgespräch.

Und auch die Menge macht es aus: Parfüm sollte das Gegenüber erst ab einer Entfernung von ca. 50 cm wahrnehmen. Das gebührt der Anstand. Verzichten Sie daher bei der Verwendung des Parfüms auf raue Mengen. Ein paar Tupfer an Hals und Handgelenk sind vollkommen ausreichend.

Das richtige Outfit

Outfit und Kleidung

Outfit und Kleidung

Neben der optimalen Vorbereitung des eigenen Körpers auf das Bewerbungsgespräch, muss auch bei der Wahl des richtigen Outfits viel beachten werden. Zu viel wird falsch gemacht, gut Gemeintes bewirkt nicht selten das Gegenteil.

Schuhe

Schuhe haben bei einem Bewerbungsgespräch schwarz zu sein und sollten einen klassischen Schnitt haben. Markenzeichen oder Streifen oder andere Merkmale gehören nicht auf den Schuh, der bei einem Vorstellungsgespräch getragen werden sollte.

Selbstverständlich ist auch, dass der Schuh gut geputzt wurde. Das gilt nicht nur für’s Leder, sondern auch für den Absatz.

Preisschilder unter der Schuhsohle wurden entfernt.

Frauen

So wie der gesamte Schuh ist auch der Absatz schwarz. Zudem ist der Absatz nicht höher als 3cm und klappert nicht übermäßig laut.

Männer

Männer tragen einen klassischen schwarzen Schuh mit leichtem Absatz. Ein Schuh, der – etwa wie ein Sportschuh – keinen Absatz hat, ist zu vermeiden. Lackschuhe, wie bei einem Dinner, gehören nicht ins Bewerbungsgespräch. Auch die Schnürsenkel sind schwarz.


Strümpfe

Wie schon die Schuhe, sind auch die Strümpfe immer schwarz und ohne Aufstickung oder in bunten Farben.

FRAUEN

Frauen tragen entweder einen schwarzen Baumwoll-Strumpf, der den Knöchel überdeckt. Alternativ geht auch ein Nylon-Strumpf. Bei Röcken ist darauf zu achten, dass die Strumpfhose nicht zu durchsichtig ist und keine Muster hat.

MÄNNER

Männer tragen immer schwarze Baumwoll-Strümpfe, vorrangig Kniestrümpfe, die auch die Wade bedecken.

Auch der Herrenstrumpf hat selbstverständlich auffäliigen keine Muster. Komplett Schwarz oder ggf. Anthrazit ist zu bevorzugen.


Hose oder Rock

Die Frage nach Hose oder Rock spielt für Frauen eine entscheidende Rolle. Aber auch Männer müssen bei der Wahl Ihrer Beinkleider sehr bedacht vorgehen.

FRAUEN

Ob zu der passenden Jacke ein Rock oder eine Hose getragen wird, ist erst einmal zweitrangig. Farblich jedoch sollte die Wahl auf etwas Dunkles fallen. Schwarz oder ein dunkles Blau sind für ein Vorstellungsgespräch gut geeignet.

MÄNNER

Herren wählen bei der Anzugfarbe etwas Dunkles aus. Schwarz, Anthrazit oder ein sehr dunkles Grau sind gut geeignet. Wenig passend sind helle Farben, etwa ein helles Grau. Auch bunte Farben – blau zum Beispiel – sollten vermieden werden.


Hemd

Sowohl bei Männern, als auch bei Frauen gilt bei der Hemdwahl: Weißes Hemd zu dunklem Anzug. Dass das Hemd frisch gebügelt wurde, ist selbstverständlich.

FRAUEN

Frauen dürfen ruhig ein kurzärmliges Hemd tragen, so lang die Schultern bedeckt sind. Der Ausschnitt ist nicht zu weit.

MÄNNER

Männer tragen immer – auch im Sommer – ein langärmliges Hemd, das bis zu den Handgelenken reicht. Ob Manschetten gewählt werden, oder der Ärmel einfach zu knöpfen ist, bleibt dem Träger überlassen.


Jacke

Die Jacke ist farblich auf die Hose, bzw. den Rock abgestimmt und hat neben derselben Farbe auch denselben Schnitt.

FRAUEN

Für Frauen empfiehlt sich ein Dreireiher, der auf Brusthöhe schließt und nur wenige Taschen besitzt.

MÄNNER

Männer wählen einen modernen Zweireiher oder einen traditionellen Dreireiher, mit einer Brusttasche. Für schmale Männer eignet sich zudem ein taillierter Schnitt.


Accessoires

Auf Accessoires sollte weitestgehend verzichtet werden.

FRAUEN

Frauen tragen nur einen Ring und maximal eine Kette. Ohrringe sind farblich zum Outfit abgestimmt und wenig aufdringlich. Zum Outfit kann noch ein Halstuch getragen werden.

MÄNNER

Männer verzichten gänzlich auf Schmuck (abgesehen vom Ehering). Zum Outfit kann eine dezente Krawatte getragen werden, die bündig am Gürtel abschließt. In die Brusttasche kann ein farblich passenden Tuch gesetzt werden.

Das richtige Auftreten beim Bewerbungsgespräch

Das Äußere eines Menschen macht viel her und ist immer für den ersten Eindruck entscheidend. Doch brauchen Sie dann im Bewerbungsgespräch auch noch andere Qualitäten, etwa das nötige Fachwissen, Erfahrung oder eine gute Ausdrucksweise.

Gibt es aber zwei Bewerber mit den gleichen Qualifikationen, so spielt nicht selten das Äußere das entscheidende Zünglein an der Waage.

Bildnachweis (in Reihenfolge der Einbindung): Yuri_Arcurs, Flemishdreams, Pressmaster (2x), gunnar3000; alle Photodune

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Über Thomas Jacob

Thomas ist Redakteur des Ratgeber artikelwissen.info und er hat vor allem einen technischen Bezug. Er absolvierte ein Masterstudium im Bereich Telematik und schreibt aktuell neben dem Beruf für die Seite.