Soft Skills und emotionale Intelligenz

Soft Skills und emotionale Intelligenz: Voraussetzungen in Job und Alltag

Jeder, der sich schon einmal auf eine neue Stelle beworben hat, wird sie kennen, denn in jeder Stellenanzeige tauchen sie irgendwie auf: Soft Skills. Da wird nach Teamfähigkeit gefragt, Stressmanagement und Flexibilität sind Voraussetzungen für eine Einstellung.

Wirklich jeder weiß, was Soft Skills sind. Wirklich?

Was sind Soft Skills überhaupt?

Hard Skills – Das sind die in Ausbildung, Studium und auch schon in der Schule erlernten Fähigkeiten. Handfeste anwendbare Verfahren aus der Mathematik etwa.

Demgegenüber bezeichnet man die Soft Skills auch als „weiche Fähigkeiten“ oder „sozialen Fähigkeiten“. Sie beschreiben, welche Fähigkeiten ein Individuum mitbringen muss, um in einer Gruppe optimal zu wirken. Soziale Kompetenz ist somit die „Gesamtheit der Fertigkeiten, die für die Interaktion gegenüber Menschen und Entscheidungen nützlich oder notwendig sind.“

Nur im Zusammenspiel von Hard Skills und Soft Skills kann ein Mensch seine tatsächliche Leistungsfähigkeit erbringen, nur im Zusammenspiel all dieser Faktoren kann er die ihm gestellten Aufgaben bestens erfüllen.

So versteht man unter allgemeinen Soft Skills etwa Fähigkeiten wie

  • Menschenkenntnis
  • Selbstbewusstsein
  • Kreativität
  • Einfühlungsvermögen
  • Vertrauenswürdigkeit
  • und andere.

Im Beruf haben sich in den letzten Jahren fünf besonders wichtige Soft Skills herauskristallisiert:

  • Teamfähigkeit
  • Kooperationsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Koordinationsfähigkeit

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Teamfähigkeit

Teamfähigkeit ist eine Handlungskompetenz und wohl die wichtigste Fähigkeiten der Soft Skills. Teamfähigkeit beschreibt, wie sich Menschen einer Gruppe an schließen, in einer Gruppe gemeinsam agieren und sich in die Gruppe optimal einbringen

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Kooperationsfähigkeit

Unter der Kooperationsfähigkeit stellt man sich ein sog. „zielgerichtetes System“ vor. Dieses System schafft die Grundlagen für gemeinsame Handlungen und ist somit das Rahmensystem für Gruppenarbeit.

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Kommunikationsfähigkeit

Die Arbeit in Gruppen bedeutet immer das Kommunizieren mit anderen Gruppenmitgliedern. Das muss kontruktiv, effektiv, effizient und bewusst erfolgen. Der Gruppenteilnehmer muss die Fähigkeit zur Kommunikation besitzen.

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Konfliktfähigkeit

Konflikte lassen sich in einer Gruppe nicht vermeiden. Solche Konflikte müssen aber konstruktiv bewältigt werden, damit das beste Ergebnis erreicht wird. Die Gruppenteilnehmer dürfen daher keine Scheu vor Konflikten haben.

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Koordinationsfähigkeit

Auch die Koordination ist ein zielgerichtetes Handeln. Um das optimale Ergebnis zu erreichen, müssen alle Aufgaben ökonomisch, präzise und in Harmonie mit anderen Aufgaben durchgeführt werden. Diese Koordination muss von einem Gruppenmitglied übernommen werden.

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Voraussetzungen für Soft Skills

Um Soft Skills überhaupt nutzen zu können, bedarf es einer weiteren wichtigen Qualifikation. Denn um mit anderen Menschen zusammenarbeiten zu können, muss man deren Gefühle verstehen, deuten und beeinflussen können.

Für Soft Skills muss man etwas mitbringen: Emotionale Intelligenz.

Was ist emotionale Intelligenz?

Doch was genau ist diese emotionale Intelligenz überhaupt?

Während die kognitive Intelligenz in aller Munde – die kognitive Intelligenz wird häufig über den IQ (Intelligenz Quotienten) beschrieben, man versteht darunter analytische Fertigkeiten, räumliches Denken, etc. – ist die emotionale Intelligenz noch relativ unbekannt. Das mag auch daran liegen, dass der Begriff erst 1980 in der Literatur genannt wurde. Es mag aber auch daran liegen, dass die emotionale Intelligenz wenig greifbar und verständlich ist.

Unter emotionaler Intelligenz versteht man die Fähigkeit auf die eigenen Gefühle, Ängste und Stimmungen, aber auch auf die Gefühle, Ängste und Stimmungen anderer zu reagieren.

6 Fähigkeiten emotionaler Intelligenz

Der emotionalen Intelligenz werden im Wesentlichen 6 Fähigkeiten zugesprochen.

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Emotionen kennen und erkennen

Mit den eigenen Emotionen muss man umgehen können. Dazu muss man aber erst einmal wissen, welches Gefühl für welche Emotion steht. Ich muss erkennen, wenn ich traurig bin, ich muss dieses Gefühl kennen.

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Emotionen haben

Emotionen zu haben wird gleichgesetzt mit dem Ausdruck „Gefühle haben“. Ein emotionsloses Wesen könnte niemals auf seine Gefühle eingehen – weil es keine hat. Ein Mensch ist in der Regel anders. Er hat Gefühle und zeigt Emotionen.

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Mit Gefühlen umgehen

Um mit Gefühlen umgehen zu können, muss ich sie zulassen und dann selbst Wege finden, diese Emotionen zu dämpfen, in eine andere Emotion umzuwandeln oder die Emotion zu beenden. Dieser Umgang mit Gefühlen bedarf Erfahrung.

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Empathie: Einfühlung und Ansteckung

Nicht nur mit den eigenen Gefühlen muss ein Mensch umgehen können. Er muss zudem auch Empathie für andere zeigen können. Das bedeutet vor allem, dass er sich von den Gefühlen anderer anstecken lässt und sich in deren Situation emotional einfühlen kann.

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Emotionalen Einfluss ausüben

Wer sich von den Gefühlen anderer anstecken lassen kann, der muss es auch schaffen, auf Menschen einen emotionalen Einfluss auszuüben. Etwa um deren Emotionen den eigenen anzupassen oder um Entscheidungen emotional nachvollziehbar zu machen.

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Längerfristige Beziehungen

Gerade in Studium und Beruf ist man häufig mit längerfristigen Beziehungen konfrontiert. Diese längerfristigen Beziehungen haben noch eine ganz andere Qualität im gemeinsamen emotionalen Umgang. Dieser Umgang muss erlernt werden.

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Emotionale Intelligenz: Summe verschiedener Einflüsse

Die emotionale Intelligenz gibt aber nicht nur eine oder wenige Fähigkeiten wieder. Emotionale Intelligenz ist die Summe ganz verschiedener und verschiedenartiger Einflüsse.

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit auf eigene Gefühle zu hören und diese einsetzen zu können, aber auch und die Gefühle anderer zu verstehen und zu beeinflussen. So bezieht sich emotionale Intelligenz auch auf das Nutzen oder Regulieren von Emotionen ebenso wie die Wahrnehmung und den Ausdruck verbaler und non-verbaler Emotionen.

Bedeutung emotionaler Intelligenz

Um Soft Skills zu besitzen, bedarf es emotionaler Intelligenz. Denn im Team muss man immer auch auf andere Gruppenmitglieder eingehen können.

Besonders in Führungstätigkeiten ist ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz notwendig, muss man doch immer wieder

  • Konfliktsituationen lösen
  • Stress bewältigen und Impulse steuern
  • die Gefühle anderer Mitarbeiter verstehen und deuten
  • die Kreativität Untergebener fördern und sie motivieren
  • eigene Entscheidungen nachvollziehbar machen

Bedeutung von Soft Skills und emotionaler Intelligenz im Beruf

Soft Skills und emotionale Intelligenz sind nicht nur formulierte Einstellungsvoraussetzungen in Stellenausschreibungen, sie sind viel mehr: Sie sind die Grundlage, um im Beruf geforderte Aufgaben überhaupt zu lösen.

Dass vor allem Soft Skills in der letzten Zeit immer häufiger gefragt und gefordert sind, hat einen klar benennbaren Hintergrund: Die Teamarbeit gewinnt überall in der Wirtschaft ständig höhere Bedeutung. Die meisten Aufgaben sind nur noch in Teams und Arbeitsgruppen zu lösen. Damit das klappt, müssen alle Gruppenmitglieder ein hohes Maß an emotionales Intelligenz und sozialen Fähigkeiten mitbringen.

Und in Zukunft wird sich dieser Trend weiter verstärken. Teamarbeit wird zunehmen, interpersonelle Kontakte werden immer wichtiger. Damit bekommen auch Soft Skills und emotionale Intelligenz ein immer stärkeres Gewicht. Das liegt nicht zuletzt am immer noch andauernden Umbruch westlicher Gesellschaft von Produktionsnationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften.

Soft Skills und emotionale Intelligenz sind erlernbar

Soft Skills und emotionale Intelligenz werden von Unternehmen immer häufiger gefordert, im gleichen Zug aber auch gefördert. Denn Soft Skills und emotionale Intelligenz sind erlernbar. So kann etwa in Gruppenspielen das Gespür für die Emotionen anderer schärfen oder weiß dank entsprechender Fortbildungsmaßnahmen mit Stress besser umzugehen.

Bild: Timothy Vollmer auf flickr, Lizenz

Hinweis: Dieser Aufsatz basiert auf einem Assignment, dass im Rahmen der Lehrveranstaltung „Einführung und Grundlagen in die Konzepte des Management“ der Uni Kassel, FB 07, Prof. Dr. Gerd-Michael Hellstern von den Studenten Tobias Kraatz und Adrian Korte gehalten wurde.

Literaturhinweise:

  • Soft Skills
    • Vigenschow, Uwe / Schneider, Björn / Meyrose, Ines: Soft Skills, 1. Auflage, Heidelberg 2009
    • Zellweger, Hansruedi: Leadership by Soft Skills, 1. Auflage, Wiesbaden 2004
  • Emotionale Intelligenz
    • Goleman, Daniel / Boyatzis, Richard / McKee, Anniee: Emotionale Führung, 1. Auflage München 2002
    • Neubauer, Aljoscha C. / Freudenthaler, H. Harald: Modelle emotionaler Intelligenz. In: Schulze, Ralf / Freund, P. Alexander / Roberts, Richard D. (Hrsg.): Emotionale Intelligenz – Ein internationales Handbuch, Göttingen 2006, S.39-59
    • Scheler, Uwe: Management der Emotionen – Emotionale Intelligenz umsetzen mit 22 Übungen, 2. Auflage, Offenbach 1999

Über Adrian

Adrian ist der Gründer des Ratgebers artikelwissen.info.